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Logistikberatung: Mit individuellem Spielplan zur Bestleistung

Intralogistik ist so individuell wie die Kunden. Logistikberatung, die Ingenieurskunst mit Wirtschaftlichkeit verbindet, eröffnet gerade Mittelständlern individuelle Wege zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Im «smarten» Logistikmanagement sind dabei oftmals nicht die kostspieligen Lösungen auch die besten.

Mit dieser Truppe war eigentlich kein Blumentopf zu gewinnen. Eigentlich. Vor der Fussball-
Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich stand die Schweizer «Nati» im Ruf, eine der schwächsten Nationalmannschaften in Mitteleuropa zu sein. Trainer Karl Rappan musste sich etwas einfallen lassen. «Man kann eine Mannschaft unter zwei Gesichtspunkten zusammenstellen. Entweder man hat wie Brasilien elf Individuen, die mit ihrer Klasse und ihrem Talent stark genug sind, um den Gegner zu besiegen. Oder man hat elf durchschnittliche Fussballer, die in ein bestimmtes Konzept, einen Plan, integriert werden müssen. Dieser Plan zielt darauf ab, zum Wohle der Mannschaft das Beste aus jedem Mann herauszuholen.»

Rappans Lösung war der «Schweizer Riegel»– eine damals vollkommen neue Defensivtaktik. Die Mittelfeldspieler auf den Aussenpositionen orientierten sich in die Abwehr, die Aussenverteidiger konnten nach innen rücken und die Räume eng machen. In diesem Zuge war aus dem Innenverteidiger ein spielgestaltender «Libero» geworden. Mit anderen Worten: Indem das Team zusammenrückte, entstanden freie Räume für schnelle, agile Stürmer und ihre Überraschungskonter. Die «Nati» besiegte mit solcher Spielintelligenz im WM-Achtelfinale sensationell die Mannschaft des Deutschen Reiches, die damals hochfavorisierte Zusammenstellung der besten deutschen und österreichischen Spieler. Auch gegen England, Ungarn oder Portugal gelangen später Siege. In den 1950er und 1960er Jahren wurde der «Schweizer Riegel» von italienischen Trainern adaptiert und zum weltweit ebenso bekannten wie gefürchteten «Catenaccio» weiterentwickelt.

Jungheinrich-Intralogistik-zukunftsorientierte-LogistikberatungKluger Doppelpass mit dem Logistikberater

Aus jeder Situation mit dem zur Verfügung stehenden Team das Beste herauszuholen, ist nicht nur im Fussball gefragt. Gerade in der Intralogistik kommt es auf «Spielintelligenz» an. Da sind auf Seiten der Logistikdienstleister und ihrer Kunden innovative Spielgestalter gefragt. Diese müssen sich immer wieder auf technische und «taktische» Neuerungen einlassen. Es geht schliesslich darum, im Rahmen der wirtschaftlichen und personellen Möglichkeiten die richtige Aufstellung zu finden, um am Ende im Wettbewerb den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Und sie müssen sich vor allem hundertprozentig aufeinander verlassen können. Die filigranen Spieleröffner auf die Schnelligkeit ihrer Top-Scorer, die Ballkünstler im Mittelfeld auf die «Ausputzer» und den aufmerksamen, mitspielenden Torwart in ihrem Rücken: Nur wenn alle in einem solchen Team mitmachen, kann die Taktik aufgehen. In der Intralogistik bietet zukunftsorientierte und nachhaltige Logistikberatung dafür den entscheidenden Mehrwert.
Das zeigt ein Beispiel aus der Intralogistik-Praxis: Im neuen Distributionszentrum eines Getränkeherstellers haben sich die Geschäftsleitung und
Mitarbeitenden versammelt, um sich bei einer umfassenden Prozessschulung von Jungheinrich mit der Technik und den Abläufen des neuen teilautomatisierten Lagersystems vertraut zu machen. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen Hunderte Paletten voller Getränkekisten. Diese sind allein schon von ihrem Volumen her eine Herausforderung, um einen durchgängigen und maximal effizienten Warenfluss zu erreichen.

Match-Plan der IntralogistikMit Logistikberatung zu einem ganz neuen Denken

«In unserem früheren Blocklager hatten wir zuvor viele manuelle Prozesse. Die Teilautomatisierung verlangt jetzt von uns an vielen Stellen ein ganz neues Denken», sagt der Logistikleiter. Ein Ergebnis der Logistikberatung sei: «Wir lernen deswegen gerade unser Lager neu kennen.» Die Disponenten sitzen dazu an ihren Rechnern. Das Warehouse Management System, das das gesamte Lager steuert, hat für sie diverse neue Funktionen parat. In einer prozessoptimierten Lagerlogistik und einem «smarten» Logistikprozess lässt sich damit der Getränkestrom in die Lager des Handels noch schneller und effizienter gestalten. Die Lagermitarbeitenden machen sich gleichzeitig mit dem halbautomatischen Lagersystem vertraut. Auf ihren Terminals empfangen sie alle relevanten Informationen vom Warehouse Management System, holen die bereits auf der Übergabefläche stehenden Paletten aus dem automatischen Lager ab und bringen diese zum Warenausgang. Mit einem neuen System entstehen – wie im Fussball – neue «Spielregeln», zum Beispiel rund um die Arbeitssicherheit. «Der Umgang mit der Software macht mir Spass, sie vernetzt nun alle Bereiche, sodass wir nur noch einen Prozess haben», sagt ein Lagermitarbeitender. «Meine Arbeit bekommt eine ganz andere Qualität. Fehler sind mit dem neuen System eigentlich gar nicht mehr möglich.» Ein solcher Satz von einem Spieler hätte vermutlich damals bei Fussballtrainer Karl Rappan wie Musik in den Ohren geklungen.

«Das Veränderungspotenzial eines Unternehmens hängt auch von den einzelnen Mitarbeitenden ab. Tragen diese die angestrebte Lösung mit, ist das sehr positiv zu bewerten.» – Professor Dr. Herbert Ruile, Präsident VNL Schweiz, Verein Netzwerk Logistik

Jungheinrich-Intralogistik-Schweiz-smartes-LogistikmanagementDigitalisierung: Schweizer Intralogistik in Lauerstellung

Sich wie die Lagermitarbeitenden in der Intralogistik auf neue Herausforderungen einzulassen, ist beileibe nicht selbstverständlich in der Logistik. Gewiss: Die Logistikmarktstudie Schweiz 2017 bestätigt dem hiesigen Intralogistik-Markt einen herausragenden Stellenwert in der Volkswirtschaft – mit einem Volumen von CHF 2,73 Milliarden ist er gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent gewachsen. Dies heisse aber nicht, dass die Branche damit zugleich Innovationsvorreiter sei. Im Gegenteil. Auch wenn «Industrie 4.0» und «Logistik 4.0» als «Buzzwords» des digitalen Wandels in aller Munde seien, hätten die meisten Schweizer Verlader und Logistikdienstleister derzeit noch keine umfassenden Anwendungen oder Lösungen in die digitale Vernetzung implementiert. Die Studienmacher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Grossteil gerade der mittelständischen Unternehmen die Thematik lediglich «beobachte und analysiere». Investitionen in ein «smartes» Logistikmanagement seien hingegen meist noch nicht getätigt worden. Vermutlich, so schlussfolgern die Marktforscher, schrecke der erwartete hohe Investitionsbedarf die meisten KMU davon ab, sich intensiver mit Industrie 4.0 – und damit auch mit Logistik 4.0 – auseinanderzusetzen.

«Der Druck zu effizienten Lösungen punkto Energieverbrauch und reduzierten Emissionen kommt derzeit nicht unbedingt vom Markt, sondern vielmehr von der Politik, welche in Energie- und Umweltfragen die Rahmenbedingungen beeinflusst und auch festlegt.» – Professor Dr. Herbert Ruile, Präsident VNL Schweiz, Verein Netzwerk Logistik

Mit Logistikberatung zum logistischen Businessplan

Taktikbestimmend sind im Logistikmanagement folglich optimierte Prozesse entlang der Supply Chains und – vor allem – die damit verbundenen Kosten und Ertragsaussichten. Sie stehen deswegen auch zu Recht im Mittelpunkt jeder Logistikberatung. Was heisst dies für die Aufstellung in einem zunehmend intensiven Wettbewerb auf globalisierten Märkten? War Logistik in der Vergangenheit vielfach als eine der Produktion nachgeordnete Dienstleistungsfunktion mit nur niedrigem Wertbeitrag für das Unternehmen eingestuft worden, wird sie heute zunehmend als entscheidender Erfolgsfaktor gesehen. «Die Logistik hat sich heute von einer untergeordneten Dienstleistung zu einer gewichtigen Führungsfunktion gewandelt. Deswegen gilt es, die Performance logistischer Massnahmen in ihrer Gesamtheit zu bewerten», erklärt Dr. Andreas Froschmayer, der dies gemeinsam mit Professor Martin Göbl von der Hochschule Kempten in einer wissenschaftlichen Publikation «Logistik als Erfolgspotenzial – von der Strategie zum logistischen Businessplan» untersucht hat. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis: «Die Neugestaltung des Logistiksystems bzw. Logistiknetzwerks ist heute eine der produktivsten Gelegenheiten, tatsächliche Kosteneinsparungen und Qualitätsverbesserungen zu erreichen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein.»

Mit dem Logistikexperten gemeinsam Erfolge erzielen

Wie lässt sich der Wertbeitrag der Logistik zum Gesamterfolg eines Unternehmens bemessen? Oder anders ausgedrückt: Was ist ein Siegtreffer wert? «Entscheidungen in der Logistik werden meist auf Basis reiner Transportkosten getroffen», erklärt Professor Göbl. Diese machten aber nur einen Bruchteil der gesamten logistischen Messgrössen aus. «In der Logistikberatung muss doch die Frage lauten: Wie hilft uns die Logistik, Geld zu verdienen? Und nicht: Was kostet uns die Logistik? Viele Unternehmen kennen die Kosten der Logistik, aber messen nicht deren Output beziehungsweise Erfolg.» Der Aufbau einer «Logistikbilanz» zur Planung der Performance einer Supply Chain und eine vorausschauende Logistikberatung zählen daher für die Autoren mit zu den «spannendsten Herausforderungen» in der Logistik. Hier seien Kunden und Logistikdienstleister gleichermassen gefordert.

 Volle Kostenkontrolle: Logistikmanagement nach Mass

Diese ganzheitliche Sicht auf die Rolle des Logistikmanagements in der Gesamtstrategie und -performance von Unternehmen rückt einmal mehr die «6 R der Logistik» in den Mittelpunkt einer erfolgsorientierten Planung. Es geht darin um:

  • das richtige Produkt,
  • zur richtigen Zeit,
  • am richtigen Ort,
  • in der richtigen Menge,
  • in der richtigen Qualität und
  • zu den richtigen Kosten

Das weiss auch Arne Holland, Leiter Consulting Intralogistics bei Jungheinrich Schweiz: «Logistik wird immer komplexer. Um auf diesem Spielfeld erfolgreich zu sein, müssen in der Intralogistik die Lager den Bedürfnissen der Kunden angepasst werden. Nicht umgekehrt», so Holland. Kunden erwarteten schliesslich immer öfter eine «One-Stop-Solution» aus einer Hand. Diese liesse sich im Zuge eines Logistikberatungsansatzes nur im Team mit den Kunden massgeschneidert entwickeln. «Um im Logistikmanagement erfolgreich zu sein, braucht es eine gemeinsame Spielidee und Spielintelligenz. In der Logistikberatung ist Lösungskompetenz gefragt – und zwar unabhängig von den dazu eingesetzten Produkten», so die Erfahrung des Logistikberaters. «Innovationen, Investments und Systemintegration bedürfen eben nicht nur innovativer Technologien und Prozesse, sondern immer auch der Menschen, die einander vertrauen und sich aufeinander verlassen können. Das betrifft gleichermassen die strategische wie die operative Ebene», erklärt Holland.

Jungheinrich-Intralogistik-Schweiz-LogistikkonzeptentwicklungSupply Chain Management auf Augenhöhe

Logistikberatung zielt daher auf eine Logistikkonzeptentwicklung und ein Supply Chain Management auf «Augenhöhe» der beteiligten Akteure ab. In der Lagerlogistik heisst dies für die Lieferanten und die Dienstleister, tief in den operativen Alltag der Kunden einzutauchen, genau hinzusehen, zuhören zu können, die richtigen Fragen zu stellen und sich in die individuelle Situation des Kunden einzufühlen. «Es sind Business-Insider und ein ausgeprägtes gegenseitiges Vertrauen gefragt, um Schwachstellen aufzudecken und im Sinne verbesserter Effizienz neu zu gestalten», erklärt Arne Holland. Eine erfolgsorientierte Partnerschaft müsse wie im Fussball auf eingespielte Systeme setzen. Voraussetzung dafür sei zum einen individuelles technisches Vermögen sowie ein vertieftes Spielverständnis und das Wissen um die Bedeutung einer wettkampffähigen Ausrüstung. Um wie einst die «Nati» aussergewöhnliche Erfolge zu erzielen, müssten darüber hinaus Teamfähigkeit und ein ausgeprägtes Verständnis für die «Laufwege» und die besonderen Fähigkeiten der Mitspieler ins Feld geführt werden. «Wenn sich all dies mit Begeisterung und innerer Überzeugung für die Sache verbindet», ist sich Arne Holland sicher, «lassen sich auch die wirklichen grossen Spiele gewinnen.»

«Die möglichst perfekte Lösung für den Kunden ist die Chance für den Anbieter und die Basis für eine innovative Partnerschaft zwischen Logistiker und Kunde.»  Professor Dr. Herbert Ruile, Präsident VNL Schweiz, Verein Netzwerk Logistik

Erfolgreiches Logistikmanagement, da sind sich die Experten aus Wissenschaft und Praxis einig, ist und bleibt «People Business». Einer der Schlüssel zu einer erfolgsorientierten Intralogistik ist die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung durch spezielle Schulungsangebote. Um beim Fussball zu bleiben: Vor jedem grossen Turnier steht das Trainingslager, wo die Spielzüge gemäss der Taktik einstudiert und die für den Erfolg notwendigen Automatismen ausgeprägt werden und zugleich der alle Akteure verbindende Teamspirit entsteht. Während sich bei Produktschulungen die Mitarbeitenden mit Themen wie beispielsweise «korrektem Batteriewechsel am Fahrzeug» oder «Sicherheitsaspekten rund um automatische Anlagen» auseinandersetzen, steht bei Prozessschulungen der Umgang mit der Gesamtanlage nach einer Projektübergabe im Fokus. Hier machen sich die Teilnehmenden detailliert mit den Funktionalitäten des Warehouse Management Systems vertraut, lernen den Umgang mit fahrerlosen Transportsystemen oder lassen sich in die sichere und effiziente Handhabung von automatisierten Gewerken einweisen. «Die fachliche und soziale Kompetenz verbindet sich bei unseren Teamplayern mit einem permanenten Experten- und Informationsaustausch», stellt Holland fest. «So sichern wir den Kunden den grösstmöglichen Erfahrungsschatz und im Bedarfsfall auch ein kurzfristiges Backup.»

Der Prozessoptimierung auf der Spur: Lagerlogistik auf dem Prüfstand

Ein Beispiel für ein so verstandenes Teamplay liefert die eingangs beschriebene Lagerlogistik in der Getränkebranche. Um den Materialfluss leistungsfähiger, effizienter und kostengünstiger zu gestalten, hatten die Jungheinrich Experten im Zuge der Prozessoptimierung gemeinsam mit den Kunden zunächst die Ist-Situation im bisherigen Warehouse analysiert: Welcher Platz wird für welchen Warenumschlag benötigt, welche Prozesse greifen in welcher Weise ineinander? Welche Personal- und Technologiekosten sind damit verbunden? Wie verändert sich das Geschäftsmodell des Kunden und seiner Kunden? Wie kann die Logistikperformance damit Schritt halten oder sogar zum Schrittmacher beim Erreichen der Effizienz- und Wachstumsziele werden? Wie bleibt man zukunftsfähig?

Für die Akteure im Logistikberatungsteam ergaben sich aus der Bestandsaufnahme beim Kunden drei mögliche Szenarien der Gestaltung: Erstens ein vollautomatisiertes Lager mit mehreren Regalbediengeräten. Zweitens eine teilautomatisierte Lagerarchitektur mit Rollbahnen in der Umschlaghalle. Und drittens – wie bereits im Einsatz – ein manuelles, allerdings mit einer neuen Technologie optimiertes Blocklager mit vielen «händischen» Prozessen und einer grossen Staplerflotte. «Jede einzelne Lösung hat ihren Reiz und ihre eigenen Vorteile», sagt Arne Holland. «Am Ende kommt es aber dann doch darauf an, dem Kunden eine Prozessoptimierungslösung aufzuzeigen, die exakt seinem Bedarf entspricht und sich vor allem langfristig rechnet. Die Investitions- und Betriebskosten im Planungshorizont müssen dabei idealerweise immer in einem sinnvollen wirtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen.»

Schön spielen ist nicht alles: Mit Logistikberatung entscheidend punkten

Im Ergebnis der Logistikberatung habe sich der Getränkehersteller für die Variante Zwei einer teilautomatisierten Warehouse-Lösung entschieden. Auf volatilen Märkten wie in der Getränkebranche mit unterschiedlichen saisonalen Spitzen hilft die Intralogistik dem Hersteller, maximal flexibel zu bleiben und bei entsprechendem Kapazitätsanfall die jeweils optimale Auslastung der Systeme zu ermöglichen. In diesem speziellen Fall erschien das Investment in eine Vollautomatisierung tendenziell eher suboptimal. Oder um mit Fussballtrainer Karl Rappan zu sprechen: «Ich brauche mir keine brasilianischen Fussballartisten einzukaufen, wenn ich solide Schweizer Spieler habe, die, richtig eingesetzt, das Spiel genauso gewinnen können.»